Angeln in Potsdam,

Schlösserstadt und Landeshauptstadt

 

Heute angele ich vorwiegend mit der Spinnangel in und um Potsdam / Brandenburg, auf der Insel Rügen und an anderen Beststellen auf Hecht und Barsch, in Norwegen mit der Pilkangel und in Schweden mit der Schleppangel, wie Sie sich auf meinen Seiten überzeugen können. Der supergroße Fang ist bisher ausgeblieben, aber die regelmäßigen Fänge machen mir das Angeln zu einem erlebnisreichen Hobby.

Angler in Potsdam Potsdam ist als einmalige Kulturstadt und als Landeshauptstadt bekannt. Weltweit bekannte historische Stätten sind nicht nur Schloss Sanssouci mit seinen großzügig gestalteten Parkanlagen, Schloss Cecilienhof und das Marmorpalais im Neuen Garten, die Russische Kolonie Alexandrowka und das Holländische Viertel, sondern auch der Ruinenberg, der Park Babelsberg, die Propsteikirche St. Peter und Paul, Schloss Charlottenhof, das Weberviertel, Krongut Bornstedt, Schloss Lindstedt und noch vieles mehr.

Potsdam : Alte Fahrt

Potsdam ist bekannt durch den Filmpark Babelsberg, der sich zu Europas größtem Film- und Fernsehzentrum entwickelt, das im ehemaligen Marstall untergebrachte Filmmuseum, die vergangene  Bundesgartenschau mit der Biosphäre, die Freundschaftsinsel, die Heilandskirche Sacrow und den Sitz der Landesregierung auf dem Brauhausberg, den "Kreml", aber auch durch den verhängnisvollen Tag von Potsdam sowie die Potsdamer Konferenz am Ausgang des 2.Weltkrieges, die beide zu schmerzhaften Einschnitten auch für viele Potsdamer selbst führten. Nicht nur das Stadttheater und weitere  Einrichtungen an der Schiffbauergasse (neudeutsch: "Kulturstandort") werden die einmalig vielfältige, schöne und reiche Architektur Potsdams noch zusätzlich erweitern, auch wenn sie allein aufgrund der Eintrittspreise für immer weniger Einwohner der Stadt zugänglich sind.

Getrübt wird diese Bewunderung und Begeisterung für unsere Stadt lediglich durch einige Versuche unverbesserlicher kalter Krieger, der Generation unserer Großväter, Väter und unserer Generation jegliche Aufbau- und  Wiederaufbauleistungen in der Zeit nach der  sinnlosen Zerstörung der Potsdamer Mitte*** am 14.April 1945 durch alliierte Bomber (Operation "Flusskrebs": 1593 Tote, viele Wohn- und Geschäftsviertel der Altstadt, Hauptbahnhof, Stadtschloss, Altes Rathaus, Nikolaikirche und Garnisonkirche wurden völlig zerstört oder aber schwer beschädigt  - 60 000 Obdachlose) einschließlich bis zur sogenannten Wiedervereinigung -in der  Realität richtiger:  Wende- zu zerreden, zu verniedlichen und zu unterschlagen. Im britischen  Heeresbericht dagegen hieß es:  "Potsdam besteht nicht mehr... die Stadt in Schutt und Asche gelegt."

Allein die unsinnige Planung eines völlig überteuerten Niemeyer - Freizeit- und Spaßbades** anstelle der zu DDR - Zeiten gebauten und zig Jahre Potsdams beliebtesten Tanzgaststätte "Minsk" sowie der beliebten Schwimmhalle am Brauhausberg, neuerdings die dortige Errichtung einer weiteren Steinwüste für Besserverdienende, aber auch die Errichtung eines potjomkinschen Landtagsschlosses in Plattenbauweise, bei wiederholter, völlig ungeordneter Umgestaltung der Potsdamer Mitte und teilweiser Zubetonierung der Freundschaftsinsel mit einer völlig überflüssigen Brücke, ohne jegliche Rücksicht auf Kosten, stehen eher für Hochstapelei als für preußische Tugenden.

Da gibt es wahrlich noch genügend andere, wirkliche Probleme in unserer Stadt, wie zum Beispiel die großzügige Gestaltung der Speicherstadt als das Potsdamer Haupteingangstor  von Süden her, der Verfall und oft unnötige Abriss wertvoller Bausubstanz aus Nachkriegs- und DDR- Zeiten, die Erhaltung und der Ausbau der Wohngebiete, in denen immer noch die Masse der Potsdamer wohnt, besonders deren ehemals funktionierender Stadtteilzentren, aber auch die Ordnung der Verkehrsstruktur für die Bundesstraßen B1 und B2, die Schaffung eines Stadtringes zur Verkehrsberuhigung eines bürger- und touristenfreundlichen Stadtzentrums. Ein dritter Havelübergang, allein zur Kompensation der bereits jahrzehntelangen Flickschustereien und Sperrungen an den beiden dadurch überlasteten Havelbrücken in einem wirklichen Verkehrskonzept sowieso notwendig, wird seit zig Jahren verschleppt.

Potsdam: Mitte mit funktionierender Kreuzung B1/B2 bis 2007, für über 22 Millionen Euro jetzt zum unfertigen Verkehrschaos umgebaut.

Völlig unterschätzt wird die Verantwortung der Stadt für Kinder und Jugendliche, deren Einrichtungen fast stabsmäßig vernichtet wurden (Gott sei dank gibt es über 50% weniger Kinder und Jugendliche als vor der Wende** - trotz Zuzug) , aber auch für die Menschen, die die Hauptlasten des Krieges und des komplizierten Wiederaufbaus von Potsdam trugen.

Die Verkleinerung der ehemals bundesweit einmaligen Stadt- und Landesbibliothek (der Buchladen im Erdgeschoß stand längst seit Jahren leer) und die starke Reduzierung der Buchbestände , die Schließung vieler Stadtteilbibliotheken, der Abriss des "Haus des Reisens", der Ufergaststätte an der Havelbucht sind ein weiterer Ausdruck der Potsdamer Kulturrevolution, die mit der  Abrissbirne am Theaterrohbau in 1990 begonnen wurde.

Völlig überbewertet, hofiert und privilegiert werden dagegen die nach Potsdam eingefallenen Glücksritter, seltener dagegen wirkliche  Sponsoren und Investoren, die sich ihren Anteil am "Aufbau Ost" abschöpfen und den Potsdamer Immobilienmarkt als Selbstbedienungsladen ansehen.  

Durch etwas mehr Überlegung, Logik, Werterhaltung und planmäßige Erweiterung könnten viele hunderte Millionen Euro zweckmäßiger zum wirklichen Nutzen aller verwendet werden. Für den zunehmenden Unwillen nicht weniger Bürger der alten Länder trägt Potsdam jedenfalls seinen entscheidenden Anteil.

Mein Tipp für Stadtväter und Landesregierung, gerade weil sie oft nur Importe der zweiten und dritten Reihe sind: einfach einmal nach den  Preußischen Tugenden suchen, sich diese in Erinnerung aneignen, dann danach handeln, und nicht immer nur darüber philosophieren. Die ungeheure Wirkung von "Wir sind das Volk" haben sie ja leider weder miterlebt , noch ansatzweise begriffen.

Auch die für die Bürger diktierten Einschränkungen im Handelsangebot der jetzt beliebten, weil zentral gelegenen und komfortabel erreichbaren Einkaufs-Center, ist eine von typischen Potsdamer Krankheiten. Eine Lobby der Innenstadt möchte zwar für sich die Möglichkeiten der Marktwirtschaft voll in Anspruch nehmen, diese aber anderen Bürgern der Stadt, denen die Innenstadt mittlerweile zu teuer geworden ist, nicht gewähren. So wird aber lediglich Kaufkraft nach Berlin verschenkt.

Dafür werden solche Nebelkerzen wie eine Neuauflage des historisch völlig  fehl interpretierten "Toleranzedikts" geworfen ... - wer toleriert hier wen? Man lässt zudem mit viel fremden Geld noch mehr rote Teufel an die ideologische  Wand malen, um damit zu kolportieren "Wir sind die Heiligen" ...

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* Meldung der "Potsdam am Sonntag" vom 24. Juni 2007:  "Vier Millionen Euro versenkt - Jakobs: Niemeyer vielleicht später" . Persönliche Konsequenzen sind aber nicht zu erwarten - Gutsherrenmanieren und Peanuts eben.  Aber der Westen bezahlt ja, auch hier wieder einmal das Unvermögen seiner "Helfer" im Aufbau Ost ...

** Entwicklung der Kinderfreundlichkeit in Brandenburg: hier

*** Buchempfehlung: Der Brand: Deutschland im Bombenkrieg 1940-1944 (Jörg Friedrich)

Auch einmalig liebenswertes und vielfältiges Anglereldorado

 

 

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