Holevik

Angeln / Fischen am und im Stavfjord

Holevik - Hollevik Holevik, eine kleine Siedlung zwischen Felsen am Stavfjord, schließt die Straße wenige hundert Meter hinter Stavenes endgültig ab. Wenige Wohnhäuser und einige Urlaubshütten, dazu eine ehemalige Schule, ein kleiner Hafen und natürlich eine enge Wendeschleife - mehr gibt es hier einfach nicht. Als Hinweis: Sehr oft wird auch die falsche Schreibweise Hollevik verwendet.

An der Straße zwischen Stavenes und dem Ort  befinden sich mehrere Angelplätze, die nicht nur bei schlechtem Wetter zum Brandungsangeln oder ganz einfach zum Spinnangeln vom felsigen Ufer aus genutzt werden können. Auch wenn es nur wenige Meter bis zum Ufer sind - die Straße ist ja in den Fels eingeschnitten - sollte man gut zu Fuß sein und festes Schuhwerk tragen. Dann kann man aber durchaus einige Dorschartige, zeitweilig sogar auch Makrelen, fangen.

Die ehemalige Schule im dominierenden weißen Gebäude verbirgt ein Geheimnis im Ort, das aber mit Olafs Hilfe gelöst werden kann. Sie enthält ein kleines, aber interessantes Museum zur Geschichte dieser Gegend. Auch wenn das Museum etwas provisorisch erscheint, sind jedoch Olafs anschauliche Schilderungen und Erläuterungen zur Kriegsgeschichte, zu Tradition und zur Geografie unbedingt als spannender Teil eines Urlaubs zu empfehlen.

Oberhalb der Siedlung sind Trollhöhlen zu erforschen, die vor Zeiten sogar zur Erzgewinnung genutzt wurden. Oder umgekehrt ? Ich habe leider einen Besuch zur endgültigen Klärung immer verschoben.

Eine besondere Bedeutung hat Holevik / Hollevik für meine Navigation vom Boot aus: in der Bucht Holevika kann man immer schnell ein paar kleine Köhler als Köder fangen, genau in Nord von Holevik bei etwa 1500 Meter liegt eine fischreiche Untiefe von wenigen Metern zwischen ansonsten Wassertiefen von über 200 Metern in diesem Teil vom Stavfjord. Der Ort hilft beim Finden dieser Beststelle, auch wenn Sie keinen GPS-Empfänger haben. Angler wissen, dass jeder geografische Wechsel im Wasser die Fische magisch anzieht. Wer keine dicken Lengs oder Dorsche fängt, findet über dieser Untiefe nördlich der Siedlung Holevik immer noch ein paar gut gewachsene Köhler, oft auch große Makrelen.

Zwischen dieser Untiefe und der Halbinsel liegt die Holevikflua, eine durch Ebbe und Flut erzeugte ständige Strömung. Die mitgeführten Nährstoffe und Kleintiere sowie ein hoher Sauerstoffgehalt aktivieren hier auch größere Fische zu verstärkter Nahrungsaufnahme. Unsere Köder, Pilker oder Naturköder, haben bessere Chancen.

In Vorbereitung auf einen Norwegenurlaub empfiehlt sich immer auch der Kauf einer genaueren Karte 1:50 000 ( im Idealfall einer Seekarte ), um darin die interessantesten Gebiete erkennen und wieder finden zu können. Dort sollte auch die zweite, wichtige rote Boje, etwa 2 km nordwestlich von Stavenes eingezeichnet sein. Ältere "Norweger" haben diese Karte früher von Herrn Kalusche erhalten, der aber sein Reiseunternehmen abgegeben hat und selbst die richtigen Beststellen wohl auch nicht mehr kennt. Seine Angelplätze, die er uns damals nur im höchsten Vertrauen und unter großen persönlichen Opfern verriet, wurden durch Generationen von Anglern jedenfalls bereits leer gefischt. Möglicherweise ist das auch der Grund, weshalb seine Schwiegertochter, die das Urlaubsgeschäft zeitweilig über einige Jahre führte, jetzt nach Afrika auswandern soll oder will. Eventuell gibts dort mehr Fisch. So kursiert jedenfalls ein Gerücht unter Norwegen - Anglern...

Natürlich gibt es auch in dieser letzten Ecke des Stavfjord Sommer, scheint auch hier die Sonne. Es ergibt sich aber halt immer für einen Angler, dass er bei schönem Wetter angeln / fischen fährt und nur bei schlechten oder schwierigen Wetterbedingungen mal schnell einen Einkauf oder eben einen kurzen  Spaziergang nach Holevik macht. Deshalb erscheinen viele meiner Fotos, nicht nur über Holevik, immer etwas trübe und grau ... Und Fotos über Hollevik gibts natürlich nicht.

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