21.07.08 10:23 Manfred

 | Plattfische im Dalsfjord? Hallo,
sicher ist es nicht ganz einfach, vor Askvoll planmäßig Plattfische wie Scholle, Flunder, Kliesche oder gar Steinbutt oder Glattbutt zu fangen. Mit einer einzelnen Scholle kann fast man überall rechnen. Nach Beststellen dagegen muss man immer wieder selbst suchen.
Ich habe extra die Rückkehr einiger diesjähriger Norwegen- Angler abgewartet, um die aktuellsten Informationen zu haben: da hat sich nichts geändert, eher ist es noch schlechter geworden. Direkt vor Askvoll ist einfach nicht die Gegend, um zielstrebig Schollen (Platessa platessa) und Co. zu fangen. Trotzdem kann ich meine Erfahrungen beisteuern.
Bevorzugt wird durch diese Plattfisch- Fischarten alle ein möglichst sandiger, ebener Untergrund. Auch kiesartiger, mit einzelnen Steinen versetzter Boden ist günstig. Nach beiden Bodenarten muss man aber in Fjordnorwegen bereits gründlich suchen.
Von Askvoll aus würde ich also mit dem Echolot immer den Mittelteil vom Stongfjord (nicht die Rinne!) bzw. Teile vom Vilnesfjord/ Dalsfjord (die Hauptangelstrecke von Askvoll aus) nach möglichst großflächigen, tiefen, aber gleichmäßigen Stellen mit Sand, Kies, aber auch Schlamm (selten) absuchen.
Ich habe selbst als "Beifang" auf Dorschartige beim Pilken im Stongford mehrere gute Schollen gefangen - sie sind mindestens an einem Platz garantiert vorhanden gewesen.
Beim planmäßigen Angeln auf sie würde ich jedoch gezielt Wattwurm und Fetzenköder (Makrele, nur zur Not von Dorschartigen) verwenden, da sie tagsüber eher am Grund sitzen und vermutlich nur mit den Augen sichtbar sind (deshalb auch die Fänge auf aufschlagende, streng am Boden geführte, gezockte Pilker).
Die manchmal in Katalogen gesehenen Buttlöffel dagegen berücksichtigen wohl beides: Blinkerplättchen zum optischen Locken und Fetzenköder. Auch sie sind im Dalsfjord einsetzbar. Ursprünglich ernähren sich Schollen von Würmern (deshalb Wattwurm), Schalentieren, Tintenfische, aber eindeutig auch Kleinfische.
Schollen findet man in den genannten Bereichen also immer in tieferem, damit auch salzhaltigerem Wasser, weiter als die Flunder vom Ufer (Brandungszone) entfernt. Da sie relativ verbreitet und sehr schmackhaft sind, stellen ihnen auch die Berufsfischer mit Netzen nach. Eventuell kann man abends beobachten, in welcher Gegend des Dalsfjord sie das tun.
Die Vorauswahl der "Beststellen" für Schollen könnte bereits jetzt nach Gewässerkarte und Tiefenlinien (gleiche Tiefe) erfolgen - siehe Beiträge hier im Forum, z.B. unter Seekarte für Norwegen.
Bezüglich des Angelns in Norwegen scheint mir Askvoll "nur" als Kompromiss - die Anfahrt an die Beststellen, auch für Schollen im Dalsfjord, ist etwas zu weit. Dafür gibts natürlich mehr Freizeit- Möglichkeiten insgesamt, Kultur, Unterhaltung, zum Promenieren, Shopping, Wandern usw.
Manfred von 
|