26.11.06 17:54 norweger nicht registriert
 | Kongsnaes Habe ganz zufaellig über Google Maps entdeckt, dass du in Potsdam in der Naehe von Kongsnaes wohnst. Warst du schon mal dort und hast du mal paar Informationen darüber? Oder bist du wegen der Matrosenstation am Jungfernsee zum Norweger geworden? Würde mich auch über ein aktuelles Foto freuen. Wie weit ist denn die Rekonstruktion im Moment? Ich bin zwar kein Fischer aber ein Verehrer von unserem Architekten Holm Hansen Munthe. Alles Gute
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04.12.06 15:49 Manfred

 | Kaiserliche Matrosenstation Kongsnæs in Potsdam Na ja,
die übereinstimmende Begeisterung von Kaiser Wilhelm II. und mir für Fjordnorwegen ist reiner Zufall, ebenso, dass ich nur wenige Meter von der ehemaligen kaiserlichen Matrosenstation Kongsnæs am Jungfernsee wohne. Allerdings hat die prädestinierte Lage zwischen den drei großen Seen -Heiliger See, Jungfernsee und Tiefer See- tatsächlich meine Wohnlage bestimmt.
Das 1892 bis 1896 durch Holm Hansen Munthe im norwegischen Drachsenstil erbaute historische Ensemble, bestehend aus der reich verzierten "Ventehalle" (1945 durch Beschuss abgebrannt) als kaiserliche Empfangshalle direkt am Ufer des Jungfernsees, dem ehemaligen Bootshaus für das kaiserliche Dampfschiff "Alexandria", dem Kapitänshaus und dem Matrosenhaus befindet sich an meinem "kurzen Spazier- und Radweg" rund ums Haus.
Trotz größter Anspannung und vielen Terminen in der Weihnachtszeit habe ich mich aufgemacht, um Dir einige taufrische Fotos (mit meinem Handy geschossen) zu zeigen:
Erkennbar sicher, dass von der unmittelbaren Anlegestelle/der Empfangshalle lediglich noch die Fundamente stehen. Nach dem Krieg und die dadurch begründete Teilung war der Jungfernsee bis zur Wende Grenzgewässer zu Berlin (West). Das Ensemle "Kongsnaes" selbst befand sich direkt im Grenzsperrstreifen und durfte nur mit Passierschein betreten werden.
Da zusätzlich Potsdam in den letzten Kriegstagen durch die Alliierten massiv zerbombt wurde -Folgen sind heute noch sichtbar- konzentrierten sich die Wiederaufbauarbeiten bisher auf andere Stadtgebiete.
Sicher kennst Du selbst die Geschichte, in der Kaiser Wilhelm II bereits nach seinen ersten Norwegenfahrten drängte, schnell eine solche Station zu bauen. Aus Zeitgründen wurde deshalb auf Baupläne des eben in Oslo fertiggestellten Restaurants Hasselbakken zurückgegriffen. Bis auf eine notwendige Korrektur des Fundaments -in Postdam sollte ja das kaiserliche Dampfschiff anlegen könne, in Oslo dagegen steht das Cafe auf dem St. Hanshaugen- wurde so 1892 ein identisches Gebäude am Jungfernsee errichtet.
Es gibt erste erfolgreiche Initiativen, Kongsnaes als Ensemle zu rekonstruieren und dabei die Empfangshalle neu zu erbauen.
Interessant dabei, dass gerade in diesen Tagen im Foyer des Stadthauses der Landeshauptstadt Potsdam eine Ausstellung auch zur Unterstützung des Fördervereins Kongsnaes e.V. gezeigt wird.
Natürlich war ich auch dort und habe mir wiederholt das ausgezeichnete Informationsmaterial rund um den norwegischen "Drachenstil" des 19. Jahrhunderts, dessen Vorreiter und bekanntester Architekt eben Holm Hansen Munthe ist, und natürlich rund um Kongsnæs angesehen. Im Zentrum dieser Ausstellung steht ein Modell 1:10 der "Ventehalle":

Ich melde mich noch einmal Manfred von 
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