Natürlich kann man auch im härtesten Winter angeln. Eine meiner
Lieblingsmethoden ist hier das
Eisangeln mit der Eisangel. Wenn man einige Sicherheitsregeln beachtet
und sich insbesondere warm anzieht, macht das Angeln im Winter fast noch mehr
Spaß als das Stippen im Sommer. Prinzipiell gehe ich erst bei Eisstärken ab ca.
15 cm aufs Eis, das nicht gebrochen und gleichmäßig gefroren sein sollte
(Strömungen beachten). Das stärkste Eis finden wir natürlich in den DAV -
Gewässern und Waldseen rings um Potsdam. Auch hier sollte aber ein sicherer
Rückweg immer aufgeklärt oder vorbereitet sein. Allein sollte man überhaupt
nicht Eisangeln gehen. Die Fische beißen bei Wassertiefen unter dem Eis von 15
cm bis 4 m (die Havelseen sind kaum tiefer), am besten ganz hart am Grund.
Sorgfältiges Ausloten ist deshalb immer erfolgreich. Hauptfischarten sind Blei,
Plötze, Güster und Barsch, kaum dagegen der Hecht.
Zur Ausrüstung gehören bei mir eine Angelkiste mit Zubehör, Anfutter wie trockenes Semmelmehl, Köder wie z.B. Maden, Schmelzkäse, etwas gebutterter Spezialteig, 2 kurze Ruten ( 20 cm mit kleiner Rolle ), ein Hocker oder Schlitten und natürlich ein Eisbohrer. Eine Schaumkelle zum Entfernen von Schnee und Eis aus den gebohrten oder zur Not auch mit der Axt geschlagenen Wuhnen ist ebenfalls ein spezielles Eisangelgerät. Oft hilft zusätzlich noch ein Schneeschieber.
Die oft propagierte Mormyschka - Angelei besonders auf Barsch und Plötze ( meine Lieblingsmethode über die Jahre in St. Petersburg ) ist dagegen auf der Havel eher nicht erfolgreich. Der Zocker als Köder an der Mormyschka ist sowieso nicht erlaubt, da er die Fische reißen kann.
In Potsdam und Umgebung erwarten wir nicht unbedingt die großen Hechte und Barsche. Die soll es insbesondere auf der Müritz und den anderen großen Mecklenburger Seen geben. Gut gefroren ist die Havel vor allem von Januar bis Mitte März - da ist sowieso immer Schonzeit für diese Räuber gewesen. Bezüglich Schonzeiten gibt es allerdings seit der Wende nun auch bei uns ein heilloses Durcheinander, man muss sich also immer selbst entsprechend der Lage des Gewässers / dem Land und zusätzlich aber entsprechend dem Besitzer / Pächter beim Angelkartenkauf informieren. Ohne Angelkarte und Fischereischein ist es sowieso, seit 1990 auch für Kinder, verboten.
Wir freuen uns, wie hier ein Sportfreund aus unserem Verein, wenn eine dicke Winterplötze oder auch ein strammer Blei / Brassen unseren Köder annimmt. Hat man den Schwarm herangelockt und kann ihn dann mit sparsam gefütterten Anfutter halten, so ist man oft erfolgreicher als im Sommer - man ist ja direkt am Fisch. Für eine große Pfanne mit Fischbouletten, besonders für die älteren Potsdamer eine wahre Delikatesse, reicht es dann garantiert.



